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SenerTec und EnVersum: virtuelles Kraftwerk aus KWK-Anlagen geplant
Für Unruhe in der Branche hat die Ankündigung des Stromversorgers Lichtblick Ende letzten Jahres gesorgt, in den kommenden Jahren tausende BHKWs von VW in Wohngebäuden zu installieren, um sie im Bedarfsfall zu einem virtuellen Großkraftwerk vernetzen zu können. Nun wartet SenerTec mit einem gleich klingenden Konzept auf. Der Mini-BHKW-Experte kooperiert mit dem Energiedienstleister EnVersum. Langfristiges Ziel: ein virtuelles Kraftwerk aus kleinen KWK-Anlagen als Alternative zum Großkraftwerk.
Wie das Unternehmen berichtete, sollen im ersten Schritt noch in diesem Jahr im Raum Hamburg rund 100 Mini-BHKW vom Typ Dachs in gewerblichen und privaten Immobilien installiert werden. Im zweiten Schritt sollen in den kommenden zwei Jahren weitere 1500 Aggregate im gesamten Bundesgebiet aufgestellt werden. Dabei können die Experten von SenerTec auf reichlich Erfahrung zurückgreifen. Nach eigenem Bekunden sollen bereits mehr als 22000 Dachse in Ein- und Mehrfamilienhäusern, Gewerbe- und Gastronomiebetrieben sowie öffentlichen Einrichtungen ihren Dienst verrichten.
Zum Hintergrund: Erneuerbare Energien gewinnen an Bedeutung und sollen konventionelle Großkraftwerke nach und nach ersetzen. Doch die Menge des eingespeisten Stroms ist bei Photovoltaikanlagen oder Windparks abhängig von der Witterung, was zu Netzschwankungen führen kann. Die Lösung: Intelligente Netze, sogenannte Smart Grids, die die Produktion und Verteilung von Strom im Gleichgewicht halten. Kleine, flexibel zum Netz hinzu schaltbare KWK-Anlagen sind eine mögliche Ergänzung zu ErneuerbareEnergie-Systemen, da sie kurzfristig auftretende Schwankungen im Stromnetz ausgleichen können.
SenerTec war dem Vernehmen nach bereits an unterschiedlichen Projekten beteiligt, in denen die Funktionalität von Smart Grids und virtuellen Kraftwerken erprobt wurde. So wurde am Fraunhofer Institut in Freiburg mithilfe des Schweinfurter Unternehmens ein netzwerkbasiertes Energiemanagement- und Kommunikationssystem entwickelt. Eine solche intelligente Vernetzung dezentraler Erzeuger wie des Dachs mit privaten oder gewerblichen Lasten ermöglicht erst den Ausbau von regenerativer Energie im Netz, da auf Spitzenlasten flexibel reagiert werden kann. Die Technische Universität Clausthal in Zellerfeld kam im Projekt „Virtuelles Kraftwerk Harz“ zu dem Ergebnis, dass ein intelligentes Netz wirtschaftlich und umweltfreundlich realisierbar ist.
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