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Jede Menge Holz!?

Pelletbranche prognostiziert weiter starkes Wachstum – Sind Rohstoffpotenziale beim heimischen Holz auch bei einem deutlichen Ausbau von Pelletheizungen in Deutschland ausreichend?

Das Deutsche Pelletsinstitut (DEPI) geht bei seiner Prognose zur Entwicklung des Wärmemarktes in Deutschland zusammen mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) von einer stärkeren Zunahme erneuerbarer Wärmequellen aus als von der Bundesregierung angenommen.

Bis zum Jahr 2020 rechnen DEPI und BEE mit einem Anstieg auf 1 Mio. Pelletheizungen. Das entspräche einem achtmal höheren Pelletbedarf von acht Millionen Tonnen jährlich. Mit 37,6 TWh/a läge der Beitrag der Pellets zur erneuerbaren Wärmeproduktion dann bei etwa 13 Prozent. Insgesamt werde die Holzenergie mit rund 120 TWh/a in 2020 ca. 80 % der Bioenergie im Wärmemarkt abdecken. Mit circa 75 TWh erbringt Scheitholz in der BEE-Prognose den größten Anteil der gesamten erneuerbaren Bioenergie.

Wo kommt nun all das Holz für 1 Mio. Pelletkessel her?

Kurzumtriebsplantagen sollen in Zukunft den Bedarf an Pellets und Hackschnitzeln decken helfen.

Neben einer 100 %-igen Ausnutzung von Waldrestholz geht der BEE davon aus, dass zusätzlich etwa 300000 Hektar “Kurzumbtriebsplantagen” angelegt werden müssen, um den Holzbedarf zu decken.

Die Energiewälder, auf denen Weiden und Pappeln angepflanzt werden, stehen allerdings bereits in der Kritik. So machte der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) darauf aufmerksam, dass die zusätzlichen Flächen für Energiewälder auf Grünlandflächen angebaut werden müssen, die mit ihren 2000 Pflanzenarten für 52 % des Artenbestandes stehen. Der BUND spricht hier von “katastrophalen” Einschnitten in den Artenschutz.Sollte nicht eigentlich der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Einklang mit Umweltschutzinteressen stehen?

Darüber hinaus sehen Forstwirtschafts-Experten weitere Hemmnisse für Kurzumtriebsplantagen: So führt Prof. Dr. Albrecht Bemmann vom Institut für Internationale Forst- und Holzwirtschaft Bedenken der Landwirte vor mittelfristiger Kapitalbindung, langfristiger Flächenbindung und Zweifel an Langfristig sicheren Hackschnitzel- und Pelletpreisen an.

Überdies ist der DENDROM-Studie zu den Biomassepotenzialen in Deutschland zu entnehmen, dass die möglichen Potenziale an Waldrestholz von der Vermarktung des Rohholzes für die stoffliche Nutzung abhängig seien. Die Studie geht davon aus, dass aufgrund des hohen Anteils an Privatwäldern eine Aktivierung
dieses Waldrestholzes für die energetische Nutzung schwierig sei. Etwa 70 % der deutschen Waldflächen befinden sich in privatem Eigentum.

Reicht es angesichts der Biomassepotenziale in Deutschland für die Pellet- und Hackschnitzelbranche weiter nur zum Nischenprodukt oder sollte der Ausbau von Biomassefeuerungen mithilfe von Energiewäldern forciert werden.

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