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EVU-Kraftwerkskapazitäten im eigenen Keller?
Die Pressemitteilung schlug bereits hohe Wellen:
Was ist von diesem Vorstoß zu halten?
Spitzenlast-Strom ist teuer, den schnell regelbare Kraftwerkskapazitäten sind nicht ausreichend vorhanden. Für Energieversorger besteht deshalb das Problem schnell reagierende Stromerzeuger für die Regellasten bereitzustellen oder die entsprechenden Kapazitäten teuer einzukaufen. Außerdem werden sog. “Schattenkraftwerke” benötigt , mit denen die regenerativen Energieerzeugerkapazitäten ausgeglichen werden müssen, wenn diese gerade nicht einspeisen. Wind und Sonnenenergie haben hier offensichtlich nicht nur Vorteile. Der große Nachteil ist, dass sie nicht regelbar sind. Damit wird auch klar, warum die Energieversorger sich gegen jedes Grundlast-BHKW gesträubt haben, bis dann endlich ein KWK-Gesetz verabschiedet wurde. Stromerzeuger für die Abdeckung der Grundlast sind ja schon reichlich mit den AKW´s im Netz. Die Spitzenlasten mit den Golf-Motoren abzufahren, liegt also für EVU´s nahe. Aber sind die angepriesenen 5.000,- Euro Kraftwerke auch für den Stromverbraucher interessant?
“Lichtblick” steuert Ihr BHKW
Wenn Fachplaner ein BHKW – beispielsweise für ein Krankenhaus – auf Grundlast auslegen und der Strom zu 95 % im eigenen Netz verbraucht werden kann, ist das sicher für den Betreiber rentabler. Für das EVU entstehen damit aber nur weitere Regellasten, die mit den langsam regelbaren Kraftwerken nicht ausgeglichen werden können. Deshalb möchte “Lichtblick” natürlich das Regime über die Kleinkraftwerke behalten und diese Schalten, wann immer Stromspitzen abzufahren sind. Ob die parallel erzeugte Wärme dann auf Verbraucherseite sinnvoll eingesetzt werden kann, ist wohl eher zweitrangig.
Konjunkturpaket II angezapft
Aus energiepolitischer Sicht ist außerdem völlig unverständlich, dass man hier Kraftwerkskapazitäten aufbaut, die aufgrund der augenblicklichen Verbrauchssituation erforderlich werden. Vielmehr sollten Mittel aus dem Konjunkturpaket doch wohl in Energieeffizienz auf Verbraucherseite investiert werden, denn die sorgt letztlich dafür, dass der Stromverbrauch im Ganzen sinkt. Damit würden in Zukunft auch geringere Regelkapazitäten benötigt (Nachhaltigkeit). Die Grünen-Senatorin Anja Hajduk aus Hamburg, die das Projekt in Hamburg unterstützt, zeigt in dieser Sache wenig energiepolitische Kompetenz.
Woher kommen eigentlich Stromspitzen?
Vielmehr sollte man sich mal ansehen, wie z.B. sommerliche Spitzenlasten im Netz zustande kommen, die dann aufwendig mit schnell regelbaren Kraftwerken ausgeglichen werden müssen. Stichwort Kühlung und Klimatisierung. Solche Stromspitzen brauchten gar nicht erst zu entstehen, wenn zur Kühlung konsequent Absorbertechnologien eingesetzt würden, die wirtschaftlich mit Grundlast-BHKW`s betrieben werden können. Nahkälte-Versorgung in Ballungszentren wäre hier eine wesentlich energieeffizientere Lösung. Genau diese Absorbertechnologien werden aber derzeit vom BMU nicht gefördert. (Impulsprogramm für Klimaschutzmaßnahmen an gewerblichen Kälteanlagen).
Dezentrale Stromspeicherung möglich?
Im Zusammenhang mit Grundlast-BHKW´s sollte über dezentrale Stromspeicherung im kleinen Maßstab nachgedacht werden (Druckluftspeicherung und Kondensatoren). Dann bräuchten BHKW-Betreiber keinen Spitzenlast-Strom mehr einkaufen. Ich bin sicher, dass Industrie, Fachplaner und Handwerker dem “Lichtblick”-Energieversorgungskonzept wirtschaftliche und effiziente Alternativen entgegenzusetzen haben. Dafür braucht´s allerdings schlüssige gewerkeübergreifende “dezentrale” Energieversorgungskonzepte, die dem Kunden nicht zu komplex verkauft werden.
Nur da hat “Lichtblick” und Volkswagen der TGA-Branche etwas voraus. Ein einfach zu verkaufendes Konzept und ein gut funktionierendes Marketing.
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Mr. Wong
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